Donnerstag, 17. Juli 2014

Wasser, Tränen der Fische, vielfarbige Schwermut




Regen aus Grau

Wolken behielten den Sturm gefangen noch inmitten
Des Blau oder Rot, ein Mustang nickte gelassen.
Aber das Wasser brodelte, Sand kam auf. Reiter
Flohen vor ihrer eigenen Einsamkeit atmeten
Wasser, Tränen der Fische, vielfarbige Schwermut.
Die Wolken ließen schließlich den Sturm frei da saß dieser Körper,
Abgehackt warn die Hände, die Ruder flach, unterm Kiel brach das Holz
Aber Rasmus stieg über den Zaun, er peitschte die See.
Schlagzeilen riefen Revolver zu Blei, es half nichts.
Wütend schäumten sie ihren Hass in die Welt und das Schiff
Durchfuhr ein Schauer, wo war dieser gute Wille, den er
Versprach, da aber war der Schlag, ein Beben ein Ruck die Mauern
Barsten am Kai schrien die Festmacher und Kinder
Kleine Scheine, kleine Scheine!, riefen sie lautlos
Am Rheinufer, schräg links lag Deutz, im Heim
An diesem dunklen Hafen, wollten schon laufen,
Sich in ihren Träumen verstecken, wo doch nichts
Passierte, nur mal ein Flugzeugabsturz, die Heuchler
Standen schon Schlange in den Kellern der Wahrheit.
Aber auch der tote Seemann schwankte, die Leiche
Lag schräg im Wind, süchtig und bartlos lächelnd,
Taumelte ein Schatten über den Marktplatz der Stadt.
Eine Harley Davidson knarrte und schnaufte.
Das Kind krallte sich in ihm fest, lächelnd, Trotz
In den Augen, Feuer auf den farblosen Lippen.
Irgendwer lachte, Fledermäuse schwirrten um
Seinen Kopf. Träge trug sich die Zeit zu.
Der Rabe hatte sich im Birnbaum verfangen als der
Schwarze Reiter den Rotberockten erdolchte. Finster
Blieb der Wald, ewig, ein Nebel, Hufescharren der Elfen
Drei schwarze Vögel verfolgten den Dämon am grauenden
Morgen. Das Grab war leer, nur einmal noch. Das Messer
Im Fleisch ihrer Fingerspitzen bis die Dämmerung sie
Aufhob und Atem gelang. Die Bibliothek war verloren
Das Eine. Die Maden labten sich schon am vergorenen
Fleische, als plötzlich das Läuten der Glocke vom Turme
Herüber wehte, Geschenk eines Regens aus Grau.

                                                                               (Juli 2014)

Donnerstag, 10. Juli 2014

Schlagzeilen



Luftalarm

Luftalarm schrie er, Luftalarm! Explosionen Designer.
Militante Mutanten tragen Pailletten
Aus transparenten Stoffen und viel Glamour.
Im offnen Gelände 'ne dramatische Show über den Laufsteg
Aber niemand kam auf den einen Gedanken.
Daneben die radikalislamische Fortsetzung unter Jubelrufen:
Gefechtstote sind Schutzschilde, glimpflich davongekommen.
Sozialdienst auf den Dächern gebiert anonyme Warnungen.
Tage wie dieser in Tunneln und Kommandozentralen, aber wo.
Aggressionsbewältigung unter dem Schutzschild Freiheit
Gegenwärtig, schrie er, gegenwärtig! Aber niemand.
Mauern sind an der Tagesordnung, Vorwürfe, anzufechten
Fanatismus und Verzweiflung und der niedliche royale Nachwuchs
Trotz Bodenoffensive. Schläge und Gegenschläge zerstören Mick Jagger.
Eskalationen – Illusionen zerbomben unsre gemeinsame Nacht.
Wer drückt Argentinien mit einem harmlosen Tweet.
Der Stürmerstar schreit: Ihr seid diejenigen, die siegen werden!
Unglücksrabe! Wiederinstandsetzung Schmugglertunnel.
Der Geschmähte sah Samthandschuhe im Straßengraben.
Das birgt Chancen schon vor dem Vorrunden-Spiel.
In Zeitungsinterviews sagte er Versicherungspolice, schwieg.
Spendensammeln für Strom, Wasser, Abfallbeseitigung
Ein anderer träumte von früher, hatte er es verlorn?
Auf der großen Mauer springen keine Jungfrauen.
Bleibt die Frage, für wen fließt das Blut.

Parkplatzprobleme: Berlin





Berlin

Grenzen aus Licht trennen die Stadt Schwalben
Und Spatzen fällen die Mauern in Elementen
Historisch das Material auf der Leinwand inmitten
Des Todesstreifens in uns der morphische
Engel Schornsteinfeger mit Grimassen prüfen
Den Smog auf Schadstoffe, finden den Herd
Auf dem köchelt die Speise im riesigen Topf aber
Der Bass dröhnt aus der Hedwigskathedrale hin
Zum Bebelplatz lautstark die Doublebase
Herzschlag um Herzschlag um Herzschlag
Metalbands erstehen auf Lichtschranken und
Gewerkschaftsversammlungen lügen das Leben.
Schwarz droht aus der Ferne die türkische Hochzeit
Ist lang schon gefeiert die Entgrenzung der Wolken.
Cybermobbing Cybermobbing Cybermobbing
auf Youtube ein Star hol mich doch raus, ach
Lachgestalt bist das Opfer bist Mode bist
Stein und Stein und Stein und Stein.
Monarchin willst sein, Königin Trauer und
Jagdrevier neunundsiebzig. Die Grenzen
Kennt jeder nicht diese Stadt.  

Mittwoch, 9. Juli 2014

Spiele...

Spiele zur Nacht


Träge dreht sich der Wind spielt lustlos im Lindenbaum
Blätter rascheln flüstern raunen, aber der Atem der Nacht
Ist zu heiß zum Träumen. Drehzahlmesser Fangegröhle
Grüner Rasen aus dem Orient. Abwehrreihen obsiegen
In  den Schlachten, aber geschlachtet wurde das Lamm.
Und es dreht sich am Spieß, orange-rot umzingelt
Vom Feuer. Nichts erwartend tropft Fett in die Glut schäumt
Auf, aber verdampft. Geruch weht in diesen trägen Wind
Der sich festkrallt im Lindenbaum, nicht loslassen schreit
Jemand. Oder ist es nur Säuseln und Raunen? Wer weiß.
Bald kommt das Lamm auf den Tisch ist das Opfer
Vollendet die Nacht. Weiß wird dem Tag.


Dienstag, 8. Juli 2014

Lagerfeuer

Lagerfeuer


Trocken waren die Wiesen als das Inferno begann.
Weit zurück lag das Land in den Erinnerungen Käfer
Würmer, Gespinn, verbrannte Gräser vom zu heißen Tag
Ein Klang, Gewimmer, surrende Saiten. Trocken
Blieb diese Nacht als dem Mond schlecht wurde
Sich hinter Gewölk versteckte vor uns. Aber das Feuer
Begann sich aus dem Verbrannten zu erheben, stieg
Bis zum Mond fast und wärmte die Finsternis., uns
Als eine braune Ratte über die Flur hin zum Schober
Wieselte und sich verkroch. Wir umstanden das Feuer
Träge vom Tag und gierig dem Knistern zu lauschen
Und dem Surren der Saiten, das einst Lied war als
Wir noch lebten von fröhlichen Klängen dürstend
Nach Hoffnungen, denen die Früh'ren entgingen.
Nichts hielt uns auf die Lieder zu singen, die
In der Nachtschwärze im Nichts doch verhallten.


Montag, 7. Juli 2014

Getier


Laubfrösche


Rhododendron, getrocknet auf einer Herdplatte, knuspert und knistert
Die Nacht heult vor Einsamkeit zerfällt zu Staub. Zwei Monde
Haben sich lang nicht gesehen avec plaisir. Die Balken biegen
Lügen und Verrat an stählernen Ketten verschwinden im Meer
Und der Donnerkeil springt aus dem heißen Sand in grauenden
Morgen. Der Tag trägt einen roten Schleier zur Schau. Der spiegelt
Sich in blauendem Wasser aus Rhododendronblüten. Zwei gelbe
Sterne verweilen für einen Moment nur auf der Herdplatte.
Gestern noch spiegelten sich Spiegeleier in der Pfanne, daneben
Knisterten die trockenen Rhododendronblätter und die Blüte
In meinem Knopfloch, bleich schon, und die Balken
In meinem Auge und der Donnerkeil am aufgewühlten Strand.
Grün hüpft mir aus der Hand die Hoffnung verblasst der Tag.

(07.07.2014)


Samstag, 5. Juli 2014

... eine Erinnerung ... ein Gedicht






Stubbenkammer



Mitten im regen brach sich ein bogen
Am himmel die bahn – schwach nur
Die farben der seele gezeichnet
Und windstill wurds in meinem kopf.

Steinacker, kalksteingemäuer
Kreidefelsen des königsstuhls
All meine mauern im herzen zerbarsten
Gesteinigt die berührung des ICHs.

Und als dieser graue himmel war
Fand ich den hühnergott zwischen
Den anderen toten: in erwartung
Der zärtlichkeiten verharren

Wir schweigend über dem felsen
Des vergänglichen glücks.